Fachtagung des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt am Dienstag, 18. November 2025, in der Akademie Die Wolfsburg (von 9 bis 16.30 Uhr)
Nach den beiden Impulsvorträgen zu den Themen toxische Weiblichkeit (Buchautorin Sophia Fritz mit Christina Lehr) und Männlichkeit (Antidiskriminierungsbeauftragter Hakan Caliskan) folgt im Nachmittagsbereich ein vielseitiges Workshop-Programm.
Wir, die Kooperationspartner*innen Runder Tisch, Gleichstellungsstelle, Antidiskriminierungsstelle, Zentrale Gleichstellung der Hochschule Ruhr West und Die Akademie Wolfsburg, würden uns im Rahmen der Woche gegen Gewalt an Frauen sehr über zahlreiche Anmeldungen zum Fachtag und einen regen Austausch zum Thema freuen.
Social Media und andere Einflüsse fördern die Entstehung toxischer Geschlechterbilder, antifeministische und gewaltsame Einstellungen, vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen. Das steigert die Tendenz zu gewaltbereitem Verhalten, häuslicher Gewalt und Gewalt in Paarbeziehungen. Jüngere Untersuchen zeigen, dass nicht nur klassische Geschlechterrollenbilder wieder auf dem Vormarsch sind. Überzeugungen vom starken und der Frau übergeordneten Mann gehen dabei oft mit antifeministischen und misogynen Einstellungen einher oder sind für diese anschlussfähig. Gewalt in der Partnerschaft ist für viele kein Tabu mehr, belegen aktuelle Studien. Auf verschiedenen Wegen propagieren politische und religiöse Strömungen die Rückabwicklung emanzipativer Errungenschaften und werben für eine Aufrechterhaltung der Ungleichheit der Geschlechter. Gerade über die sozialen Medien generieren Influencer*innen mit einer antifeministischen Agenda, wie Pickup-Artists oder Tradwifes, eine enorme Reichweite und sorgen mit ihren Forderungen nach “echter Männlichkeit“ und “wahrer Weiblichkeit“ für die Verbreitung toxischer Geschlechterbilder, die verstärkt auch non-binäre Menschen zur Zielscheibe von Abwertung und Hass machen.
Dieser Trend beeinflusst über die Medien leider auch zunehmend die soziale Entwicklung Kinder und Jugendlicher und kann zu extremen Persönlichkeitsentwicklungen führen, die nur schwer zu korrigieren sind.
Die Fachtagung greift drängende Fragen auf und versucht Antworten zu finden: Was kennzeichnet toxische Männlichkeit, was toxische Weiblichkeit? Warum sind diese Geschlechterbilder in verschiedenen Ausdrucksformen für viele Menschen aktuell so attraktiv? Wer sind die treibenden Akteur*innen hinter der Verbreitung toxischer Geschlechterbilder? Inwiefern begünstigen sie (häusliche) Gewalt? Auf der Fachtagung werden Tipps vermittelt, was im Kontext von Beratung, Schule und anderen Lernorten getan werden kann, um diesem Trend zu begegnen. Denn angemessene Reaktionen und Antworten auf aggressive, antifeministische oder diskriminierende Verhaltensweisen werden immer wichtiger.
bis 08:45
Ankommen – Stehkaffee Begrüßung
09:00 – 09:15
Begrüßung
Dr. Jens Oboth, Akademiedozent, Die Wolfsburg; Cäcilia Tiemann, Stellv. Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mülheim an der Ruhr
09:15 – 10:45
Impulsvortrag und Diskussion: „Wenn ein Mann spricht, wirst Du zuhören!“ Männliche Dominanzvorstellungen als Tor zur Gewalt
Hakan Caliskan, Antidiskriminierungsbeauftragter der Stadt Mülheim an der Ruhr
10:45
Kaffee – Tee
11:00 – 12:30
Impulsvortrag und Diskussion: Toxische Weiblichkeit – Wie wir uns zwischen Ohnmacht und Selbstwirksamkeit verorten
Sophia Fritz, Drehbuch- und Buchautorin und Christina Lehr, Psychologische Beraterin in den Bereichen Selbstentwicklung, Partnerschaft und Sexualität
12:30
Mittagessen im Akademierestaurant
13:30 – 15:00
Workshop I: Toxische Weiblichkeit – Zwischen Hilflosigkeit und Weiblichkeit. Wie weiblich darf ich sein, ohne mich selbst zu verlieren?
Sophia Fritz und Christina Lehr
Workshop II: Täterarbeit: Wie können toxische Rollenvorstellungen verändert / durchbrochen werden?
Charlene Vogt, Fachkraft für Täterarbeit bei der Caritas Oberhausen
Workshop III: Tik Toxic – Warum sich Jungs auf Social Media radikalisieren und was wir dagegen tun können
Fabian Ceska, Detox Identity, Kritische Männlichkeit, Köln
Workshop IV: Gefühle für Mädchen, Technik für Jungs? – Frühe Rollenbilder in Medien und Alltag
Simone Krost, Zentrale Gleichstellung der Hochschule Ruhr West (HRW)
Workshop V: Wenn es passiert ist. Mit Theatermethoden Gewaltmuster erkennen, Rollen neu schreiben, eigene Handlungsspielräume erweitern*
Janna Plate und Marco Tebbe, Forumtheater Ruhr – * Der Theaterworkshop dauert bis 15:30 Uhr
Workshop VI: Migration und Männlichkeit – Wer hat hier das Sagen?
Burak Yilmaz, Sozialarbeiter, Theaterpädagoge, Autor und Podcaster
15:00
Kaffee – Tee – Kuchen
15:30 – 16:00
Schlussrunde – Feedback – Ende der Fachtagung
Ort:
Katholische Akademie DIE WOLFSBURG
Falkenweg 6
45478 Mülheim an der Ruhr
www.die-wolfsburg.de
Informationen und Anmeldung unter der Tagungsnummer A25149: akademieanmeldung@bistum-essen.de | 0208 99919-981 | die-wolfsburg.de
Tagungsbeitrag (inklusive Verpflegung) 15 Euro.

Katholische Akademie Die Wolfsburg Falkenweg 6 | 45478 Mülheim an der Ruhr
Runder Tisch gegen häusliche Gewalt Mülheim an der Ruhr